Das Symposion dient der Förderung der Kunst und Kultur im
Land Sachsen. Es soll verschiedene Handschriften und künstlerische
Auffassungen in Form einer intensiven Künstler-Arbeitsbegegnung
an Hand der druckgrafischen Möglichkeiten "zu Blatt"
bringen. Fünf Künstler treffen sich (möglichst:
zwei aus Sachsen, zwei aus den alten Bundesländern und ein
Ausländer) in den Druckwerkstätten in Hohenossig und
arbeiten vier Wochen lang miteinander im druckgrafischen Metier.
Sie nutzen gemeinsam und intensiv die sich bietenden druckgrafischen
Möglichkeiten. So leistet diese Arbeitsbegegnung ihren Beitrag,
in die Arbeits- und Denkweise des anderen einzutauchen, Standpunkte
zu erhellen und Grenzen aufzulösen. Im Hinblick auf die Öffnung
zu Europa wird ein Zusammenwachsen und Verstehen der Kulturlandschaften
innerhalb Deutschlands und über die Grenzen hinaus angestrebt,
es wird deshalb versucht, mehr osteuropäische Künstler
als Teilnehmer am Symposion einzubeziehen.
Seit dem ersten Symposion, 1991, beteiligten sich bereits 91 Künstler. Sie kamen aus Österreich, Dänemark, Frankreich, der Schweiz, Polen, Tschechien, Litauen, Lettland, den USA, Korea, Argentinien, Kroatien, Chile, Belgien, Israel, Afghanistan und Deutschland.
In ländlicher, ruhiger Atmosphäre des Künstlerhauses
wird in den Techniken der Radierung an drei großen Krause-Radierpressen
und des Holz- bzw. Linolschnittes an einer wunderschönen,
aus dem 19.Jahrhundert stammenden Kniehebelpresse, sowie mit der
Hayter-Technik (Viskositätsdruck) gearbeitet.
Die Arbeitsthemen sind frei oder sie werden von den teilnehmenden
Künstlern gemeinsam festgelegt. Eine sechsköpfige Jury
entscheidet Anfang eines jeden Jahres anhand von eingesendeter
Originalgrafik über die jeweiligen Teilnehmer.
Die kunsthistorische Betreuung des Symposions liegt in den Händen
des Kustos der Universität Leipzig, unter dessen Regie werden
die schaubaren Ergebnisse schon traditionell und gut besucht in
der Galerie im Hörsaalbau der Universität Leipzig ausgestellt.
Jedoch sind wir ständig bemüht, jede sich ergebende
Möglichkeit, wie durch Ausstellungen in anderen Städten,
das Projekt "Druckgrafik-Symposion" überregional
zu verbreiten.
Über die Arbeit während des Symposions wird eine Arbeitsdokumentation
in Form eines Kataloges hergestellt.
Ebenfalls geben die Symposions-Veranstalter eine Grafik-Edition
mit den beteiligten Künstlern heraus, welche als bleibender
Wert an die fördernden Kulturinstitutionen vergeben werden
und gleichzeitig als Dank an die Sponsoren fungieren.
Außerhalb der regulären Ausstellungen jedes Jahr in
der "Galerie im Hörsaalbau" der Universität
Leipzig wurde das Symposion bereits in München (1994), im
Regierungspräsidium Leipzig (1994), in Bremen (1996), im
Museum Eilenburg (1996), in Krakau (1998) und Riga (2003) erfolgreich
vorgestellt.
Als Höhepunkt der bisherigen Ausstellungstätigkeiten
galten die Ausstellungen im Jahr 2001 anläßlich des
10-jährigen Jubiläums des Symposions im "Ausstellungszentrum
Krochhaus" der Universität Leipzig und in der Königlichen
Bibliothek in Brüssel. Es wurden 85 Arbeiten der letzten
10 Jahre von 51 am Symposion teilnehmenden Künstlern aus
9 Ländern gezeigt. Ein Katalog mit farbigen Abbildungen und
Text in französisch und flämisch wurde mit Hilfe des
Kulturamtes Leipzig und der Königlichen Bibliothek Brüssel
erstellt.
Durch die Einzigartigkeit der Kupferdruck-Werkstatt in der Region in und um Leipzig und durch 18 Jahre kontinuierliche Arbeit und Qualität des Symposions und ein immer größer werdendes Künstler-Interesse hat die kulturelle Bedeutung des Sächsischen Druckgrafik-Symposions über die Region hinaus eine ständig steigende Tendenz.